
Nov 5, 2025
Rechner für abrechenbare Auslastung (+ Benchmarks & Maßnahmen)
Ihre Agentur hat 10 Mitarbeiter mit je 40 Stunden pro Woche. Das sind 400 Stunden potenziell abrechenbarer Zeit wöchentlich bzw. 20.800 Stunden jährlich. Bei durchschnittlich 100 $/Stunde entspricht das 2.080.000 $ potenziellem Jahresumsatz.
In der Praxis werden aber oft nur 60–65 % dieser Stunden abgerechnet. Damit bleiben jährlich 700.000–800.000 $ auf der Strecke.
Es geht nicht um mehr Arbeit, sondern darum zu verstehen, wohin die Zeit geht, und systematisch mehr abrechenbare Stunden zu erfassen. Der Unterschied zwischen 60 % und 75 % Auslastung bedeutet für eine kleine Agentur oft 300.000 $+ Jahresumsatz.
Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die abrechenbare Auslastung berechnen, mit Branchen-Benchmarks vergleichen und mit bewährten Maßnahmen (Zeiterfassung, Projektmanagement) um 10–15 Prozentpunkte steigern.
⚠️ PLATZHALTER INTERAKTIVER RECHNER
HINWEIS FÜR ENTWICKLUNG: Dieser Abschnitt soll einen JavaScript-Rechner enthalten, mit dem Nutzer:
- Anzahl Teammitglieder eingeben
- durchschnittlichen Stundensatz eingeben
- aktuelle abrechenbare Stunden (oder % zur Berechnung) eingeben
- verfügbare Gesamtstunden eingeben
- aktuelle Auslastung berechnen
- mit Branchen-Benchmarks vergleichen
- Umsatzwirkung bei besserer Auslastung sehen
- potenziellen jährlichen Umsatzzuwachs berechnen
- Ergebnisse und Maßnahmenplan exportieren können
Geplante Rechner-Funktionen:
- Teamgröße, Stunden/Woche/Person (Standard: 40), Wochen/Jahr (Standard: 48 nach Urlaub)
- Durchschnittlicher Stundensatz, erfasste abrechenbare Stunden (oder %)
- Echtzeit-Berechnung der Auslastung
- Benchmark-Vergleich (visualisiert)
- Umsatzwirkung: aktueller Jahresumsatz, Umsatz bei Ziel-Auslastung, Differenz, monatliche Chance
- Szenarien (z. B. 70 %, 75 %, 80 %)
- Auslastungs-Charts, PDF-Export, Maßnahmenplan-Generator
Hier später den Rechner in JavaScript implementieren.
Was ist die abrechenbare Auslastung?
Die Formel
Die abrechenbare Auslastung ist der Anteil der verfügbaren Arbeitszeit, der tatsächlich an Kunden abgerechnet wird:
Auslastung = (Abrechenbare Stunden / Verfügbare Gesamtstunden) × 100 %
Beispiel:
- Mitarbeiter arbeitet 40 Std./Woche
- 30 Std. an Kunden abgerechnet
- 10 Std. für interne/Admin-Aufgaben
- Auslastung: 75 %
Warum es wichtig ist
Die Auslastung wirkt direkt auf die Agentur-Rentabilität:
Bei 60 % Auslastung:
- 2.080 Std./Jahr pro Mitarbeiter
- 1.248 Std. abgerechnet
- Bei 100 $/Std. = 124.800 $ Umsatz pro Mitarbeiter
Bei 75 % Auslastung:
- 2.080 Std./Jahr pro Mitarbeiter
- 1.560 Std. abgerechnet
- Bei 100 $/Std. = 156.000 $ Umsatz pro Mitarbeiter
- +31.200 $ pro Mitarbeiter und Jahr
Bei 10-köpfiger Agentur:
- 60 % Auslastung: 1.248.000 $ Jahresumsatz
- 75 % Auslastung: 1.560.000 $ Jahresumsatz
- Differenz: 312.000 $ pro Jahr
Ihre Auslastung berechnen
Schritt 1: Verfügbare Gesamtstunden
Stunden/Tag: 8
Tage/Woche: 5
Wochen/Jahr: 52
- Feiertage: 10 Tage
- Urlaub: 15 Tage
- Krankheit: 5 Tage
= 47 Arbeitswochen
Verfügbare Stunden = 8 × 5 × 47 = 1.880 Std./Jahr
Schritt 2: Abrechenbare Stunden erfassen
Zeiterfassung der letzten 3–6 Monate auswerten:
- Nur Stunden zählen, die abgerechnet oder abrechenbar sind
- Interne Meetings, Admin, Schulung ausschließen
- Akquise ausschließen (außer Sie rechnen sie ab)
- „Nicht abrechenbare“ Kundenarbeit ausschließen
Schritt 3: Rate berechnen
Beispiel Mitarbeiter:
Erfasste Gesamtzeit: 1.800 Std./Jahr
Abrechenbare Zeit: 1.200 Std.
Auslastung: 1.200 / 1.880 = 63,8 %
Schritt 4: Team-Durchschnitt
Mitarbeiter Verfügbar Abrechenbar Auslastung
-------------------------------------------------------
Sarah 1.880 1.410 75 %
Mike 1.880 1.200 64 %
Alex 1.880 1.100 59 %
Jennifer 1.880 1.350 72 %
David 1.880 1.050 56 %
-------------------------------------------------------
Durchschnitt: 1.880 1.222 65 %
Branchen-Benchmarks
Auslastung nach Branche
Unternehmensberatung:
- Schwache: <60 %
- Durchschnitt: 65–70 %
- Starke: 75–80 %
- Spitzen: 80–85 %
Kreativagenturen (Design, Marketing):
- Schwache: <55 %
- Durchschnitt: 60–65 %
- Starke: 70–75 %
- Spitzen: 75–80 %
Software-Entwicklung:
- Schwache: <65 %
- Durchschnitt: 70–75 %
- Starke: 75–80 %
- Spitzen: 80–85 %
Professional Services (Recht, Steuerberatung):
- Schwache: <70 %
- Durchschnitt: 75–80 %
- Starke: 80–85 %
- Spitzen: 85–90 %
Auslastung nach Rolle
Junior:
- Ziel: 75–85 %
- Grund: Weniger interne Verantwortung, mehr Umsetzungszeit
Mid-Level:
- Ziel: 70–75 %
- Grund: Mentoring und Prozessverbesserung
Senior:
- Ziel: 60–70 %
- Grund: Kundenentwicklung, Strategie, Teamführung
Inhaber/Partner:
- Ziel: 40–60 %
- Grund: Akquise, Führung, Vertrieb
Projektmanager:
- Ziel: 50–65 %
- Grund: Mix aus abrechenbarer Projektarbeit und interner Koordination
Ziel-Auslastung nach Agenturgröße
1–5 Personen:
- Ziel: 65–70 %
- Herausforderung: Viele Rollen, viel Admin
6–15 Personen:
- Ziel: 70–75 %
- Optimal: Genug Spezialisierung, überschaubarer Overhead
16–50 Personen:
- Ziel: 65–70 %
- Herausforderung: Mehr Führungsebenen, Meetings, Abstimmung
50+ Personen:
- Ziel: 70–75 %
- Vorteil: Spezialisierte Rollen, dedizierter Admin
Wohin die Zeit geht: Auslastung im Detail
Die fehlenden 35 % im Detail
Bei 65 % Auslastung: Wohin gehen die anderen 35 %?
Typische Zeitverteilung:
Abrechenbare Kundenarbeit: 65 %
Interne Meetings: 10 %
Akquise: 8 %
Administrative Aufgaben: 7 %
Schulung & Lernen: 4 %
E-Mail & Kommunikation: 3 %
Tools & Einrichtung: 2 %
Nicht erfasste Zeit: 1 %
=====================================
Gesamt: 100 %
Das Problem nicht erfasster Zeit
Häufig nicht erfasst:
- Kurze Kunden-E-Mails (5–10 Min. pro Stück, summiert sich wöchentlich)
- Slack-Gespräche zu Projekten (abrechenbar, aber nicht erfasst)
- Kleine Anpassungen (abrechenbar, vergessen)
- Kundenanrufe (abrechenbar, nicht gebucht)
- Code-Reviews und QA (abrechenbar, nicht erfasst)
Auswirkung: Verliert jeder 3 Std./Woche an nicht erfasster abrechenbarer Zeit:
- 3 Std. × 10 Personen = 30 Std./Woche
- 30 Std. × 48 Wochen = 1.440 Std./Jahr
- Bei 100 $/Std. = 144.000 $ entgangener Umsatz pro Jahr
Das Problem interner Meetings
Vor Zeiterfassung: Agenturen sehen oft nicht, wie viel Zeit in interne Meetings fließt.
Nach Erfassung:
Montag-Morgen-Standup: 1 Std. × 10 = 10 Std.
Wöchentliche Projektreviews: 2 Std. × 10 = 20 Std.
Ad-hoc-Besprechungen: 5 Std. × 10 = 50 Std.
Schulungen: 2 Std. × 10 = 20 Std.
================================================
Wöchentliche interne Zeit: 100 Std. (25 % der Kapazität!)
Lösung: Meeting-Zeit um 30–40 % reduzieren und 30–40 Std./Woche für abrechenbare Arbeit gewinnen.
Auslastung verbessern: Der Maßnahmenkatalog
Maßnahme 1: Konsequente Zeiterfassung
Problem: Was nicht gemessen wird, kann nicht verbessert werden. Bei niedriger Auslastung ist die Zeiterfassung oft schwach.
Lösung:
Zeiterfassung verpflichtend:
- Desktop-App mit automatischer Erfassung
- Tägliche Prüfung der Zeiteinträge
- Mindeststunden-Ziele für erfasste Zeit
- Wöchentliche Zeiterfassungs-Audits
Hürden abbauen:
- Ein-Klick-Start/Stopp
- Mobile App unterwegs
- Anbindung an Aufgabenverwaltung
- Vorbefüllte Einträge aus dem Kalender
Alles erfassen (wirklich alles):
✓ Kundenanrufe und -E-Mails
✓ Slack-Gespräche zu Projekten
✓ Kleine Änderungen und Anpassungen
✓ Code-Reviews und QA
✓ Kundenrecherche und Vorbereitung
✓ Angebotserstellung (an Vertrieb/Marketing abrechenbar)
✓ Auch 5-Minuten-Tätigkeiten
Umsetzung:
Woche 1: Zeiterfassung verbindlich einführen
Woche 2: Team in Tool und Ablauf schulen
Woche 3: Alles erfassen
Woche 4: Daten prüfen und Lücken identifizieren
Erwarteter Effekt: +5–10 Prozentpunkte durch Erfassen bisher nicht erfasster abrechenbarer Zeit.
Maßnahme 2: Interne Meeting-Zeit reduzieren
Problem: Meetings sind der größte Auslastungs-Killer. Im Schnitt: 25 % der Zeit in internen Meetings.
Lösung:
Aktuelle Meetings prüfen:
Meeting Häufigkeit Dauer Std./Jahr
---------------------------------------------------------------
Montag-Standup Wöchentl. 1 Std.×10 520 Std.
Projektreviews Wöchentl. 2 Std.×10 1.040 Std.
Kunden-Debriefs Wöchentl. 1 Std.×10 520 Std.
Team-Schulung Monatl. 3 Std.×10 360 Std.
All-Hands Monatl. 2 Std.×10 240 Std.
===============================================================
Gesamt: 2.680 Std./Jahr
40 % der Meeting-Zeit einsparen:
Strategie:
- Montag-Standup: 30 Min. (260 Std. gespart)
- Projektreviews: Async-Updates, 1 Std. Sync (520 Std. gespart)
- Kunden-Debriefs: 30 Min. fokussiert (260 Std. gespart)
- Schulung: Vierteljährlich (270 Std. gespart)
- All-Hands: 90 Min. (120 Std. gespart)
Gesamt gespart: 1.430 Std./Jahr
Bei 100 $/Std. = 143.000 $ zurückgewonnene Kapazität
Alternativen zu Meetings:
- Async-Video-Updates (z. B. Loom)
- Schriftliche Status-Updates
- Entscheidungsdokumente statt Besprechungen
- Optionale Teilnahme (3–5 Kernpersonen, Rest nach Bedarf)
Erwarteter Effekt: +7–10 Prozentpunkte Auslastung
Maßnahme 3: Admin-Aufgaben straffen
Problem: Administrativer Overhead skaliert nicht mit dem Team-Wachstum.
Lösung:
Wiederkehrende Aufgaben automatisieren:
- Zeiterfassung → Rechnungserstellung (automatisch)
- Projekt anlegen → Aufgabenvorlagen
- Kunden-Onboarding → automatisierte Abläufe
- Status-Reporting → automatisierte Dashboards
Tools zusammenführen: 5–7 verschiedene Tools bedeuten:
- Mehrfach-Logins täglich
- Kontextwechsel
- Doppelte Dateneingabe
- Integrations-Pflege
Zeitkosten:
- Im Schnitt 15 Min./Tag pro Person für Tool-Verwaltung
- 15 Min. × 10 × 240 Tage = 600 Std./Jahr
- Bei 100 $/Std. = 60.000 $ verlorene Produktivität
Lösung: All-in-One-Plattform
- Ein Login
- Kein Kontextwechsel
- Keine doppelte Dateneingabe
- 600 Std./Jahr zurückgewinnen
Erwarteter Effekt: +3–5 Prozentpunkte Auslastung
Maßnahme 4: Besseres Projekt-Scoping
Problem: Zu geringer Umfang führt zu nicht abrechenbaren Überhängen.
Lösung:
Ist vs. Schätzung erfassen:
Projekttyp Geschätzt Ist Abweichung
---------------------------------------------------------
Website-Redesign 80 Std. 120 Std. +50 %
Logo-Design 20 Std. 28 Std. +40 %
Social-Media-Betr. 40 Std./Mo 52 Std. +30 %
Historische Daten für künftige Schätzungen nutzen:
- Letzte 20 ähnliche Projekte auswerten
- Durchschnittlichen Zeitaufwand berechnen
- 15–20 % Puffer für Unwägbarkeiten
- Projekte entsprechend kalkulieren
Scope Creep vermeiden:
- Klar definierte Lieferables
- Änderungsprozess
- Kundenfreigabe bei Umfangsänderungen
- Zusatzstunden erfassen und abrechnen
Erwarteter Effekt: +5–8 Prozentpunkte (durch weniger nicht abrechenbare Überhänge)
Maßnahme 5: Ressourceneinsatz optimieren
Problem: Falsche Personen auf falschen Projekten, Skills-Mismatch, Ineffizienz.
Lösung:
Rollenbasierte Zuordnung:
Senior Designer: 150 $/Std.
- Soll: Strategie, komplexes Design, Kundenkontakt
- Nicht: Produktion, Admin, einfache Aufgaben
Junior Designer: 75 $/Std.
- Soll: Produktion, Umsetzung
- Unter Anleitung des Seniors
Effizienzgewinn: Wenn der Senior 10 Std./Woche mit Aufgaben verbringt, die ein Junior könnte:
- Senior: 150 $/Std. × 10 = 1.500 $ abgerechnet
- Junior: 75 $/Std. × 10 = 750 $ (oder 12 Std. mit Lernkurve = 900 $)
- Senior hat 10 Std. frei für 150 $/Std.-Arbeit = 1.500 $ zusätzlich
- Netto-Gewinn: ca. 900 $/Woche = 43.200 $/Jahr
Zusätzlich: Die 10 freien Stunden des Seniors können zu 150 $/Std. abgerechnet werden.
Erwarteter Effekt: +3–7 Prozentpunkte durch bessere Ressourcen-Nutzung
Maßnahme 6: Retainer-/Wiederkehrende-Umsätze ausbauen
Problem: Projektarbeit erzeugt Auslastungstäler zwischen Projekten.
Lösung:
Retainer-Kunden: Vorhersehbare monatliche Stunden glätten die Auslastung:
Beispiel:
- 3 Retainer-Kunden mit je 40 Std./Monat
- 120 abrechenbare Stunden pro Monat gesichert
- Füllt Lücken zwischen Projektarbeit
- Stabilere Auslastung
Vorteil:
Ohne Retainer:
- Gute Monate: 85 % Auslastung
- Schlechte Monate: 45 % Auslastung
- Durchschnitt: 65 % Auslastung
Mit 30 % Retainer-Anteil:
- Gute Monate: 85 % Auslastung
- Schlechte Monate: 60 % Auslastung
- Durchschnitt: 72,5 % Auslastung
Erwarteter Effekt: +5–10 Prozentpunkte durch planbare Auslastung
Maßnahme 7: Mehr interne Zeit abrechnen
Problem: Ein Teil der „internen“ Zeit ist eigentlich abrechenbar.
Lösung:
Häufig falsch zugeordnete abrechenbare Tätigkeiten:
- Kundenrecherche und Strategie
- Angebotserstellung (an Vertrieb/Marketing-Budget abrechenbar)
- Projektplanung und Architektur
- Dokumentation und Wissenstransfer
- Schulung der Kunden zu Lieferables
- Support und Optimierung nach dem Launch
Auswirkung der Neuzuordnung:
Aktuell:
- 65 % abrechenbar
- 35 % intern
Nach Prüfung:
- 8 % der „internen“ Zeit sind abrechenbar
- Neu: 73 % abrechenbar
- Verbleibend 27 % tatsächlich intern
Erwarteter Effekt: +5–8 Prozentpunkte durch richtige Zuordnung
Beispiele aus Agenturen
Beispiel 1: Design-Agentur
Profil:
- 8 Designer + 2 Projektmanager
- Vorher: 58 % Auslastung
- Jahresumsatz: 1.040.000 $
Erkannte Probleme:
- Nicht erfasste Kundenkommunikation (5 Std./Person/Woche)
- Interne Meetings (30 % der Zeit)
- Schlechtes Projekt-Scoping (20 % Überhänge)
- Keine verbindliche Zeiterfassung
Umsetzung:
- Verbindliche Zeiterfassung mit Desktop-App
- Meeting-Zeit um 50 % reduziert
- Projekt-Schätzungen mit historischen Daten verbessert
- 3 Retainer-Kunden gewonnen
Ergebnis nach 6 Monaten:
Auslastung: 58 % → 74 %
Zusätzliche abrechenbare Std.: 299 Std./Person/Jahr
Bei 125 $/Std. Durchschnitt
Zusatzumsatz pro Person: 37.375 $
Gesamter Zusatzumsatz: 373.750 $/Jahr
ROI:
- Aufwand: 40 Std.
- Kosten: 2.000 $
- Jährlicher Nutzen: 373.750 $
- ROI: 18.588 %
Beispiel 2: Marketing-Agentur
Profil:
- 12 Marketer + 3 Account Manager
- Vorher: 62 % Auslastung
- Jahresumsatz: 1.736.000 $
Erkannte Probleme:
- 15 % der Zeit für Tools/Kontextwechsel
- Kleine Aufgaben nicht erfasst
- Akquise frisst Kapazität
- Keine Optimierung Junior/Senior
Umsetzung:
- Von 7 Tools auf 1 Plattform konsolidiert
- Alle Zeit erfasst, auch 5-Minuten-Tätigkeiten
- 2 Junior-Marketer für Produktion eingestellt
- Akquise systematisiert
Ergebnis nach 9 Monaten:
Auslastung: 62 % → 73 %
Team-Produktivität: +22 %
Umsatz pro Mitarbeiter: +21.450 $
Zusatzumsatz gesamt: 322.650 $/Jahr
Plus: Bessere Work-Life-Balance (weniger Überstunden)
Beispiel 3: Entwickler-Agentur
Profil:
- 15 Entwickler
- Vorher: 68 % Auslastung (bereits gut)
- Jahresumsatz: 3.060.000 $
Erkannte Probleme:
- Senior-Entwickler machen Junior-Arbeit
- Code-Review-Zeit nicht erfasst
- Interne Tool-Entwicklung (sollte anders abgerechnet werden)
- Schlechte Schätzgenauigkeit
Umsetzung:
- Aufgaben nach Skills zugewiesen
- Code-Review-Zeit als abrechenbar erfasst
- Eigenes Abrechnungsmodell für „internes Produkt“
- Schätzungen mit historischen Daten verbessert
Ergebnis nach 12 Monaten:
Auslastung: 68 % → 76 %
Schätzgenauigkeit: +35 %
Senior-Zeit optimiert
Zusatzumsatz: 382.500 $/Jahr
Erfolgsfaktor: Nicht mehr Stunden, sondern bessere Zuordnung und Erfassen des ohnehin Abrechenbaren.
Auslastungs-Benchmarks und Ziele
Nach Reife der Agentur
Startup (Jahr 1–2):
- Realität: 50–60 % Auslastung
- Ziel: 60–65 %
- Herausforderung: Prozesse aufbauen, Kunden gewinnen
- Fokus: Zuerst Basis schaffen
Wachsende Agentur (Jahr 3–5):
- Realität: 60–70 % Auslastung
- Ziel: 70–75 %
- Herausforderung: Skalieren ohne Effizienzverlust
- Fokus: Abläufe systematisch gestalten
Etablierte Agentur (Jahr 5+):
- Realität: 65–75 % Auslastung
- Ziel: 75–80 %
- Herausforderung: Effizienz im Wachstum halten
- Fokus: Optimierung und Spezialisierung
Realistische Ziele nach Teamgröße
1–5 Personen:
- Aktueller Durchschnitt: 60–65 %
- Erreichbares Ziel: 70–75 %
- Spitzenbereich: 75–80 %
6–15 Personen:
- Aktueller Durchschnitt: 62–68 %
- Erreichbares Ziel: 72–77 %
- Spitzenbereich: 77–82 %
16–30 Personen:
- Aktueller Durchschnitt: 60–65 %
- Erreichbares Ziel: 70–75 %
- Spitzenbereich: 75–80 %
30+ Personen:
- Aktueller Durchschnitt: 58–63 %
- Erreichbares Ziel: 68–73 %
- Spitzenbereich: 73–78 %
Hinweis: Größere Agenturen haben mehr Overhead, etwas niedrigere Auslastung ist normal.
Fahrplan zur Auslastungsverbesserung
90-Tage-Plan
Tag 1–30: Messung und Basis
Woche 1: Zeiterfassung einführen
- Zeiterfassungssystem einrichten
- Team schulen: alles erfassen
- Alle Zeit erfassen (abrechenbar und nicht abrechenbar)
- Zeiterfassung verbindlich machen
Woche 2–3: Daten sammeln
- Mindestens 2 volle Wochen erfassen
- Täglich auf Einhaltung prüfen
- Alle Zeiteinträge kategorisieren
- Lücken identifizieren
Woche 4: Basis berechnen
- Team-Auslastung berechnen
- Einzelauslastung berechnen
- Muster und Ausreißer erkennen
- Mit Branchen-Benchmarks vergleichen
Tag 31–60: Analyse und Quick Wins
Woche 5: Zeitverteilung analysieren
- Prüfen, wohin nicht-abrechenbare Zeit geht
- Falsch zugeordnete abrechenbare Zeit finden
- Meeting-Zeit und Notwendigkeit prüfen
- Schnelle Verbesserungen identifizieren
Woche 6–7: Schnelle Maßnahmen
- Abrechenbare Zeit neu zuordnen
- Unnötige Meetings um 30–50 % reduzieren
- Wiederkehrende Admin-Aufgaben automatisieren
- Bisher nicht erfasste Kundenkommunikation erfassen
Woche 8: Wirkung messen
- Neue Auslastung berechnen
- Mit Basis vergleichen
- Verbleibende Hebel identifizieren
- Quick Wins mit dem Team feiern
Tag 61–90: Strategische Verbesserungen
Woche 9–10: Prozessoptimierung
- Projekt-Scoping mit historischen Daten verbessern
- Aufgabenzuweisung nach Skills
- Tool-Landschaft straffen (konsolidieren wo möglich)
- Standardabläufe dokumentieren
Woche 11: Ressourcenplanung
- Kapazität vs. Pipeline analysieren
- Teamzusammensetzung optimieren (Junior/Senior)
- Schulungsbedarf identifizieren
- Einstellung oder Outsourcing planen
Woche 12: Ergebnis und Dauerbetrieb
- Finale Auslastungsverbesserung berechnen
- Prozesse und Best Practices dokumentieren
- Laufendes Monitoring einrichten
- Vierteljährliche Reviews etablieren
Erwartbare Ergebnisse
Konservativ:
- Start: 62 % Auslastung
- Nach 90 Tagen: 68–70 %
- Effekt: +6–8 Prozentpunkte
- Umsatzplus: 100.000–150.000 $/Jahr (10 Personen, 100 $/Std.)
Ambitioniert:
- Start: 60 % Auslastung
- Nach 90 Tagen: 72–75 %
- Effekt: +12–15 Prozentpunkte
- Umsatzplus: 200.000–250.000 $/Jahr
Zeiterfassung für bessere Auslastung nutzen
Wöchentlich sinnvolle Reports
1. Auslastung pro Teammitglied
Mitarbeiter Abrechenbar Nicht-abrech. Auslastung
------------------------------------------------------------
Sarah 32 Std. 8 Std. 80 %
Mike 28 Std. 12 Std. 70 %
Alex 25 Std. 15 Std. 63 %
David 22 Std. 18 Std. 55 %
Maßnahme: Mit David die 18 Std. nicht-abrechenbarer Zeit besprechen.
2. Abrechenbar vs. Nicht-abrechenbar
Kategorie Std. Anteil
---------------------------------------------
Kunden-Projektarbeit 260 65 %
Interne Meetings 40 10 %
Akquise 30 7,5 %
Admin/E-Mail 30 7,5 %
Schulung 20 5 %
Tools/Einrichtung 10 2,5 %
Nicht erfasst 10 2,5 %
Maßnahme: Interne Meetings von 40 auf 25 Std. reduzieren (15 Std./Woche zurückgewinnen).
3. Projekt-Rentabilität
Projekt Geschätzt Ist Abweichung Rentabel?
------------------------------------------------------------------
Website-Design 80 Std. 95 Std. +19 % Grenzwertig
Logo-Design 20 Std. 18 Std. -10 % Ja
SEO-Kampagne 60 Std. 85 Std. +42 % Nein
Maßnahme: SEO-Kampagne prüfen – läuft regelmäßig über.
4. Nicht erfasste Zeit
Mitarbeiter Tage mit <6 Std. erfasst Vermutl. nicht erfasst
---------------------------------------------------------------
Sarah 2 Tage ~8 Std.
Mike 5 Tage ~20 Std.
Alex 3 Tage ~12 Std.
Maßnahme: Mit Mike die ca. 20 Std. vermutlich nicht erfasster Zeit klären.
Auslastungsziele setzen
Teamziele:
Q1: Basis ermitteln (aktuell: 63 %)
Q2: 68 % erreichen (+5 Punkte)
Q3: 72 % erreichen (+4 Punkte)
Q4: 72–75 % halten
Individuelle Ziele:
Rolle Aktuell Q2-Ziel Q4-Ziel
--------------------------------------------------------
Junior Designer 70 % 78 % 80 %
Senior Designer 65 % 70 % 72 %
Entwickler 72 % 76 % 78 %
Projektmanager 55 % 62 % 65 %
Account Manager 50 % 55 % 58 %
Partner 45 % 48 % 50 %
Anreize:
- Bonus bei Erreichen der Auslastungsziele
- Team-Feier bei Meilensteinen
- Anerkennung für hohe Auslastung
- Vierteljährliches Auslastungsgespräch mit Führungskraft
Typische Fehler und wie man sie vermeidet
Fehler 1: 100 % Auslastung anpeilen
Problem: 100 % Auslastung = keine Zeit für Verbesserung, Lernen oder Akquise.
Folge:
- Überlastung
- Keine Zeit für Innovation
- Keine Kapazität für dringende Kundenanfragen
- Akquise kommt zum Erliegen
Richtiges Ziel: 70–80 % je nach Rolle
Fehler 2: Falsche Kennzahlen
Falsche Metriken:
- Stunden am Schreibtisch
- Anwesenheitszeit
- „Beschäftigung“
Richtige Metriken:
- Erfasste abrechenbare Stunden
- Umsatz pro Mitarbeiter
- Kundenzufriedenheit mit der Lieferung
Fehler 3: Niedrige Auslastung bestrafen
Falsch: „Deine Auslastung ist nur 60 %. Du musst mehr arbeiten!“
Richtig: „Schauen wir, wohin deine Zeit geht, und wie wir mehr abrechenbare Stunden erfassen oder nicht-abrechenbaren Overhead reduzieren.“
Oft ist es ein Systemproblem, kein Personenproblem.
Fehler 4: Keine Differenzierung nach Rolle
Problem: Von Partnern und Juniors dieselbe Auslastung zu erwarten.
Realität:
- Partner machen Akquise (nicht abrechenbar, aber nötig)
- Seniors coachen Juniors (nicht abrechenbar, aber wertvoll)
- Verschiedene Rollen haben unterschiedliche optimale Auslastung
Lösung: Rollenspezifische Ziele
Fehler 5: Projektrentabilität ignorieren
Problem: Hohe Auslastung, aber unrentable Projekte.
Beispiel:
Entwickler-Auslastung: 82 %
Aber: Die Hälfte der Zeit in Festpreis-Projekten über Budget
Ergebnis: Hohe Auslastung, geringe Rentabilität
Lösung: Sowohl Auslastung als auch Projektrentabilität erfassen.
Fazit: Von 60 % auf 75 % in 90 Tagen
Die Steigerung der abrechenbaren Auslastung von 60 % auf 75 % gelingt nicht durch mehr Arbeit, sondern durch:
- Alles erfassen, um zu sehen, wohin die Zeit wirklich geht
- Verschwendung reduzieren bei Meetings, Admin und Kontextwechseln
- Richtig abrechnen, indem interne Zeit neu zugeordnet wird
- Zuweisung optimieren, indem Skills und Aufgaben zusammenpassen
- Schätzungen verbessern mit historischen Daten
Die Rechnung: Bei einer 10-köpfigen Agentur und 100 $/Std. Durchschnitt:
- 60 % Auslastung = 1.248.000 $/Jahr
- 75 % Auslastung = 1.560.000 $/Jahr
- Differenz: 312.000 $ pro Jahr
Der Aufwand:
- Zeiterfassung: in der Business-Plattform enthalten
- Implementierung: 40–60 Std. über 90 Tage
- Kosten: 2.000–3.000 $
- ROI: 10.400–15.600 %
Ihr Fahrplan:
Woche 1: Alle Zeit konsequent erfassen
Woche 2–4: Basisdaten sammeln und aktuelle Auslastung berechnen
Woche 5–8: Schnelle Maßnahmen (neu zuordnen, Meetings kürzen, mehr erfassen)
Woche 9–12: Strategische Verbesserungen (Scoping, Zuweisung, Automatisierung)
Innerhalb von 90 Tagen verbessern die meisten Agenturen ihre Auslastung um 8–15 Prozentpunkte.
Das sind nicht nur bessere Kennzahlen – das ist spürbarer Umsatzwachstum ohne neue Stellen oder längere Arbeitszeiten.
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